Illustration: © wirkraum Design & Konzept

Große Sprünge mit kleinem Geldbeutel – Corporate Design mit kleinem Budget

Viele Existenzgründer und Gründer, die am Anfang ihrer Selbständigkeit stehen, sehen sich vor einer großen Herausforderung, mit meist begrenztem Budget in der Gründungsphase ein Corporate Design für Ihre Firma aufzubauen. Einerseits ist ein überzeugendes Erscheinungsbild ist auch für kleine Unternehmen oder Einzelunternehmer unverzichtbar, um potentielle Kunden aufmerksam zu machen und sich von Mitbewerbern abzugrenzen. Auf der anderen Seite ist die Konzeption und Gestaltung eines Corporate Designs aber auch mit Kosten verbunden, die es gerade in der Gründungsphase zu stemmen gilt.
Ein gut durchdachtes Design rechnet sich aber auf lange Zeit. Darüber hinaus gibt es noch einige Tricks und Kniffe, wie man Kosten reduzieren und nachhaltig agieren kann, ohne auf ein stimmiges Corporate Design verzichten zu müssen.
Hier meine Tipps für Sie:

0.     First of all: Beauftragen Sie einen Profi – geben Sie Ihr Firmendesign in kompetente Hände!

Designer sind nicht umsonst Designer. Sie haben ihren Beruf gelernt und verfügen über eine meist langjährige Berufserfahrung. Der Grafikdesigner achtet schon bei der Konzeption Ihres CDs darauf, dass alles technisch und in verschiedenen Medien realisierbar ist. Darüberhinaus gewährleistet er, dass alle Medien einheitlich aussehen und Gestaltungselemente durchgängig angewandt werden.

Viele Grafikdesigner bieten spezielle „Paketpreise“ für Gründer an, bei denen zum Festpreis eine gute Grundausstattung angeboten wird (ich übrigens auch !). Es lohnt in jedem Falle nach einem solchen Angebot zu fragen.

Wenn Sie die Gestaltung auch über das Logodesign hinaus in der Hand des Designers, dem Sie vertrauen, lassen, rechnet sich dies auch häufig finanziell: Ein neuer Grafiker muss sich oft erst in die „Materie“ einarbeiten, was mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Es kann das Logo sein, dass nachgezeichnet werden muss, oder das Raster des Flyers, dass erst nachgebaut werden muss.So kommt es zu Zusatzarbeiten, die man sich „sparen“ kann.
Also: bleiben Sie ihrem Grafiker treu! *

* es sein denn, sie haben begründete Zweifel an seiner Arbeit

1.     Die Grundausstattung – Logo, Visitenkarte, Briefbogen, Webseite

Die Grundlage des gesamten Corporate Designs bildet das Logo. Um Zusatzkosten zu sparen, ist es wichtig, hier auf eine gute vorausschauende technische Umsetzung zu achten. Lassen Sie sich die Daten Ihres Logo als Vektordatei (ai, eps) liefern. So ist eine verlustfreie Vergrößerung des Logos jederzeit möglich, da in diesem Datenformat die Grafik durch Kurven beschrieben wird und nicht wie beim jpg oder png durch Pixel. Zudem ist es wichtig, dass Sie auch verschiedenen Versionen des Logos für eine Schwarzweißumsetzung, oder Negativdarstellung erhalten.

Mit der Visitenkarte können Sie potentiellen Kunden und Geschäftspartnern einen ersten aber bleibenden Eindruck von Ihnen vermitteln. Hier lohnt es, in gute Gestaltung zu investieren. Gespart werden kann beim Druck: Lassen Sie zunächst eine kleine Auflage drucken, um abzuschätzen, wie hoch der zukünftige Bedarf an Visitenkarten ist. Es muss nicht immer die geprägte Luxusvisitenkarte auf Designpapier sein. Wie wäre es zum Beispiel, wenn Sie Ihre Telefonnummer oder E-Mail-Adresse handschriftlich ergänzen?

Beim Briefbogen lohnt es sich zu überlegen und abzuwägen, ob dieser in gedruckter Form benötigt wird. Versenden Sie Ihre Rechnungen oft per E-Mail? Dann lohnt es sich in jedem Fall, den Briefbogen zunächst in digitaler Form gestalten zu lassen, z.B. als Word-Vorlage in die sie Ihre Rechnungen und Briefe eintippen können. Danach können Sie diese als pdf-Datei speichern und versenden. Oftmals ergeben sich beim Briefbogen noch Änderungen wie Steuernummer oder Bankverbindung. Diese sind leicht in einer Word-Datei zu ändern und man muss nicht gleich eine komplette 1000er Auflage Briefbögen dem Mülleimer zuführen…

Kommen wir zu Ihrer Visitenkarte im Netz: Der Webseite.
Auch hier sind einige Vorüberlegungen Gold wert. Zunächst sollte die inhaltliche Konzeption der Seite angegangen werden. Was will ich mit der Webseite erreichen? Was interessiert meine Kunden? Steht die Konzeption, rechnet es sich langfristig, in eine Lösung mit Content Management System (z.B. WordPress, Typo3) und Responsive Design zu investieren. Durch das CMS bleibt die Seite durch Sie bearbeitbar und Sie müssen nicht bei jeder kleinen Textänderung Ihren Webdesigner beauftragen. Durch das Responsive Design (siehe Link) ist Ihre Webseite zukunftsfähig und auf allen Endgeräten darstellbar. Im Grund gilt auch bei der Webseite: Weniger ist mehr. Es hat keinen Nutzen, dem Betrachter ellenlange Texte zur Verfügung zu stellen, die er vermutlich nicht lesen wird. Wichtig sind Basisinfos wie WER, WAS, WIE und WO und eine gute Vernetzung und Auffindbarkeit der Seite in Suchmaschinen.

2.     Beim Druck sparen

Der Druck von Drucksachen über Onlinedruckereien stellt heute eine gute Möglichkeit dar, bei recht erschwinglichen Preisen durchaus sehenswerte Druckergebnisse zu bekommen. Es lohnt sich jedoch auch hier der Preisvergleich. Ziehen Sie bei der Auswahl zudem Bewertungen und Erfahrungen anderer Druckereikunden heran. Bei vielen Druckereien ist der Druckprozess auch auf umweltfreundliche Papiere und mit CO2-Ausgleich möglich!

Lassen Sie zunächst kleine Auflagen drucken, um zu sehen, wie hoch ihr „Absatz“ an Druckmedien ist. Zunächst vielleicht auf das etwas günstigere Papier. Zu einem späteren Zeitpunkt kann man immer noch auf teurere Papiere und zusätzliche Veredelungstechniken umsteigen.

Unter http://www.druckdeal.de/ können Sie für Ihren speziellen Auftrag eine Preisanfrage an verschiedene Druckereien stellen und erhalten in kurzer Zeit persönliche Angebote für Ihren Druckauftrag.

3.     Doppelnutzen nutzen

Spannend wird es, wenn Ihre Druckmedien einen Doppelnutzen erzielen können. So kann z.B. ein Jahreskalender mit einer Visitenkarte kombiniert werden. Oder ein Terminkärtchen zum Eintragen die Rückseite der Visitenkarte bilden. Im Flyer versteckt sich auf einer Seite noch ein Gutschein oder der Falzflyer hat auf der Rückseite ein Poster, das gerne im Büro des Kunden an der Wand hängt – natürlich mit Ihrem Logo, damit Sie immer im Gedächtnis bleiben!

4.     Flexible Gestaltung

In der Gründungsphase lohnt es sich, auf eine flexible Gestaltung und einfache Erweiterbarkeit zu achten. Zum Beispiel kann statt einer fixen Firmenbroschüre eine Mappe mit Einlegeblättern das Leistungsspektrum der Firma aufzeigen. Das ist besonders in Fällen ratsam, wenn sich das Angebot einer Firma relativ schnell erweitert, oder bei stetig anwachsenden Referenzprojekten, etc.. Alternativ ist z. B. auch eine Art „Fächer“ durch eine Buchschraube zusammengehalten denkbar.

Ich hoffe, ich konnte ein paar Anregungen geben, wie auch mit kleinem Budget ein guter Start ins eigene Corporate Design gelingen kann. Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht!

Sabine von wirkraum®