Meine letzten Blogbeiträge sind schon etwas her, was daran lag, dass ich in zwei größere Projekte vertieft war. Heute möchte ich etwas zum Thema Kreativität schreiben. Das bedeutende Wort, das uns Designern die Fähigkeit verleiht, immer wieder Neues und Ungewöhnliches zu schaffen… 😉 Kreativität kommt nicht immer von alleine und schon manch einer saß verzweifelt an einem Auftrag und die Ideen wollten einfach nicht sprudeln. Was kann der Grafiker in diesem Fall tun? Neben dem Sichten und Ausfindigmachen von diversen Inspirationsquellen gibt es eine handvoll klassischer Kreativitätstechniken, zu denen zum Beispiel die Morphologische Matrix gehört. Diese möchte ich heute vorstellen.

Die Morphologische Matrix ist eine klassische, kreative Denkmethode, die durch den Schweizer Astrophysiker Fritz Zwicky (1898 – 1974) begründet wurde. Dabei werden bei einer Aufgabenstellung alle möglichen Kombinationen aufgelistet und sukzessive durchgespielt. Die Methode eignet sich zum Beispiel wunderbar für die Konzeption und Entwicklung von neuen Logos.

Das Vorgehen beeinhaltet zunächst das Setzten einer klaren Zieldefinition. („Gestalte ein Logo für ein Benefiz-Rockkonzert für Afrika ) Danach wird das Thema in verschiedene Teilbereiche zerlegt und alle denkbaren, logischen Möglichkeiten/ Parameter aufgelistet (z.B. Schriftzug, Musik, Instrumente, Noten, Afrika, Hilfe, etc.) Als Nächstes kommt der eigentlich kreative Part: Das Kombinieren von verschiedenen Parametern zu einem neuen Ganzen. Verblüffend ist, dass genau dabei meist neue Ideen entstehen!

Visuell sieht das folgendermaßen aus (Bildquelle: Mario Pricken, „Kribbeln im Kopf“, ISBN-13: 978-3874397971)

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Zum Schluss sollten nun eine Menge an gestalterischen Ansätzen vorliegen. Diese müssen nun bewertet und weiterentwickelt werden. Im Beispiel oben wurde der Versale Schriftzug mit dem Umriss des Afrikanischen Kontinents plus einem Gitarrenhals kombiniert. So entstand das Logo für ein Live-Aid-Rockkonzert für Afrika.