So erstellst du einen Redaktionsplan in Rekordzeit

By |2019-01-02T11:04:43+00:00Januar 3, 2019|Categories: Allgemein, Contentplanung, Gastartikel|Tags: , , |

Auf einen Blick – So erstellst du einen professionellen Redaktionsplan in Rekordzeit

GASTBEITRAG VON LENA WINGEN | PR-BERATUNG

Kennst du das auch? Eigentlich wolltest du morgen einen neuen Blogbeitrag veröffentlichen, aber… du hast noch gar kein Thema? …du hast keine Zeit – denn die Deadline für das Kundenprojekt liegt auch vor dir? …du hast einfach keine Motivation ausgerechnet jetzt einen Blogbeitrag zu schreiben / die nächste Podcastfolge aufzunehmen oder das YouTube-Video zu drehen?

Wenn du jetzt denkst, dass sei nicht so schlimm, denn deine Leser werden dir sicher verzeihen, dem kann ich nur sagen: Kontinuität ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Content-Marketing. Wer ohne Stress und Hektik, dafür aber mit Plan und Strategie die nächsten Inhalte erstellen möchte, der muss einen professionellen Redaktionsplan erstellen.

 

 

Content planen

 

Redaktionspläne sind ein Muss

Redaktionspläne kommen ursprünglich aus dem Bereich der Medien. Ohne einen Redaktionsplan würde keine Zeitung und erst recht kein Magazin zu Stande kommen. In Zeiten des Web 2.0 wird das Planen von Beiträgen immer wichtiger. Es entstehen stets neue Kommunikationskanäle, die von Unternehmern genutzt werden – allen voran die sozialen Netzwerke. Wer hier nicht in der Masse untergehen möchte, muss mit einzigartigem, hochwertigen – Unique Content genannten – Inhalten überzeugen.

Ohne Redaktionsplan ist das nicht möglich. Denn nur so erhältst du einen Überblick über deine kommenden Beiträge. Du sicherst gleichzeitig die Qualität deiner Beiträge, indem du den Zeitaufwand einplanen und Fehlern durch Stress entgehen kannst. Außerdem kannst du Themen abstimmen, saisonale Ereignisse berücksichtigen und frühzeitig auf Trends reagieren.

Redaktionspläne sind also nicht mehr ausschließlich für Journalisten relevant, sondern auch für Blogger, Podcaster oder YouTuber – schlicht für jeden der einen echten Mehrwert bieten und mit seinen Inhalten Aufmerksamkeit erregen möchte.

 

Redaktionsplan erstellen kann auch schnell gehen

Wer nun stöhnt, weil das Erstellen eines Redaktionsplans nicht sonderlich verlockend und kreativ klingt, den kann ich beruhigen: Einen solchen Plan zu kreieren, dauert mit meiner Methode nicht mal zwei Stunden. Wer das jetzt immer noch lange erscheint, dem sei gesagt, dass du nach der Erstellung nicht nur einen Redaktionsplan, sondern auch gleich deine Jahresplanung voll im Griff hast. Und auch teure Tools sind nicht notwendig. Eine simple Excelliste und ein Jahreskalender ist alles was man benötigt. Außerdem siehst du auf einen Blick, wo du wegen Urlaubsphasen vorarbeiten musst oder in welchen Zeiträumen Platz für Sonderaktionen besteht.

Einer der größten Fehler bei der Redaktionsplanung ist es, sich direkt in Details zu verlieren. Das kostet Zeit und vor allem vergeht einem die Lust an der Planung, anstatt sich auf die vielen großartigen Beiträge zu freuen. Das muss nicht sein.

 

Jahresplanung

Dieser Falle kann man ganz leicht entgehen indem man mit einer groben Jahresplanung beginnt, einen Themenplan erstellt und anschließend weiter ins Detail geht.

Was du benötigst ist ein einfacher Jahreskalender, indem die Monate nebeneinander stehen. Diesen druckst du aus und bewaffnest dich mit ein paar bunten Stiften.

Wenn du bereits eine generelle Jahresplanung gemacht hast, kannst du die folgenden Schritt „Urlaub, Projekt- und Launchphasen eintragen“ überspringen.

 

Urlaub, Projekt- und Launchphasen

Wenn dein ausgedruckter Jahresplan vor dir liegt, kannst du gleich beginnen. Damit du weißt für welche Zeiträume du Beiträge vorbereiten musst, weil du in Urlaub bist oder die Zeit wegen Launches oder Deadlines von Kundenprojekten eng werden könnte, solltest du diese Zeiträume als erstes eintragen.

Beginne dabei am besten mit deinen Urlaubstagen. Auch wichtige Geburtstage, andere Termine bei denen du weißt, dass du keine Zeit zum Arbeiten hast, wie beispielsweise Events oder auch besondere Anlässe, wie Valentinstag oder Black Friday solltest du dir im Plan vermerken. Am besten du benutzt für deine freien Tage und die Feiertage jeweils eine eigene Farbe.

Als nächstes solltest du in einer anderen Farbe deine Projektphasen markieren. Eine weitere Farbe nutzt du für die Phase von Launches oder den Abgabeterminen für Kundenprojekte. Denn diese Phasen oder die Tage um eine Deadline herum sind meist sehr stressig und fordern besonders viel Energie. Zeit für Content-Produktion bleibt da nicht.

 

Formate festlegen

Kontinuität ist nicht nur für deine Planung wichtig, sondern auch für deine Leser, Hörer oder Zuschauer. Wenn du immer Dienstag eine neue Podcastfolge rausbringst, gewöhnen sich deine Hörer daran und werden vielleicht sogar nachschauen, ob deine neuste Folge bereits Online ist. Wenn nicht, hast du schon einen potenziellen Hörer verloren.

Daher solltest du dir überlegen, welches Format du an welchem Tag und in welchem Turnus veröffentlichst. Du könntest beispielsweise dienstags deinen Blogartikel publizieren, jeden zweiten Donnerstag ein neues YouTube-Video veröffentlichen und freitags deinen wöchentlichen Tipp bei Instagram posten.

Notier dir die Formate, deren Wochentage und Turnus in einem separaten Dokument. Bei der Planung solltest du auch über den Zeitaufwand nachdenken. Ein Blogartikel ist in der Regel schneller erstellt als ein Video. Im besten Fall planst du also so, dass sich die einzelnen Formate bei der Erstellung nicht überschneiden.

 

Formate terminieren

Nachdem du nun die Formate und die dazugehörigen Überlegungen festgesetzt hast, nimmst du dir wieder deinen Kalender. Du kannst nun beginnen die einzelnen Formate einzutragen.

Du wirst sehen, dass einzelne davon in deinen Urlaub fallen oder sich mit wichtigen Terminen, wie Launches oder Kundendeadlines überschneiden. Die grobe Übersicht hilft dir dabei solche Überschneidungen frühzeitig zu erkennen und zu reagieren. Inhalte, die in deinen Urlaub fallen, kannst du vorproduzieren. Überschneidungen kannst du entgehen, indem du Termine verschiebst oder rechtzeitig die Produktion startest.

 

Freie Kapazitäten nutzen

Neben viel beschäftigten Phasen wirst du in deinem Kalender auch einige Zeiträume finden, an denen du noch reichlich Zeit hast. Wie wäre es, wenn du für diese Phase etwas Besonderes planst. Vielleicht wolltest du schon immer mal ein Special für ein besonderes Thema machen? Prima! Dann nutze diese Zeit dafür und trag es gleich in deinen Kalender ein.

 

Agenda Setting – Agenda Surfing

In der PR und im Marketing spricht man von Agenda Setting und Agenda Surfing. Bei ersteren „setzt“ du deine Termine nach Lust und Laune selbst. Bei Agenda Surfing richtest du dich hingegen nach festgesetzten Ereignissen. Du surfst quasi auf der Ereigniswelle mit.

Den ersten Schritt hast du bereits erledigt. Denn deine Termine hast du schon gesetzt. Und auch zum Agenda Surfing hast du den wichtigsten Schritt bereits erledigt, indem du besondere Anlässe und Feiertage eingetragen hast. Nun kannst du dir noch überlegen, welche Anlässe du nutzen möchtest. Vielleicht schenkst du deinen Newsletter-Abonnenten zu Valentinstags ein kleines, kostenloses Geschenk oder veröffentlichst ein besonders hilfreiches Tutorial zu Ostern.

 

Themenplan

Nachdem du eine grobe Übersicht über deine redaktionellen Tätigkeiten erstellt hast, fehlen noch die Inhalte, die du für deine Beiträge nutzen möchtest.

Sicherlich hast du bereits ein paar Ideen, die du dir einem Themenplan notieren solltest. Für eine bessere Übersicht ordnest du deine Themen nach Kategorien.

Wenn du mehrere Formate hast, wie beispielsweise einen Blog und einen Podcast, kannst du auch gleich notieren, für welches sich das Thema besser eignet oder ob du es für beide verwenden möchtest.

Sollten dir doch einmal die Ideen ausgehen, dann habe ich ein paar Vorschläge, wie du Themen findest, die deine Zielgruppe interessieren:

  • Überleg einmal über welches Thema du schon lange nicht mehr geschrieben hast. Gibt es hier neue Entwicklungen oder Bereiche, die du noch nicht beschrieben hast?
  • Welche Artikel kommen bei deiner Zielgruppe besonders gut an? Gibt es hier Neuerungen oder Aspekte, die deine Leser, Hörer oder Zuschauer besonders interessieren könnten?
  • Schau in Foren nach, welche Fragen dort zu deinem Fachbereich gestellt werden. Hier findest du meist unzählige Ideen für Artikel.
  • Frag deine Zielgruppe! Wenn du eine aktive Community in den sozialen Netzwerken hast, kannst du auch nachfragen welches Thema gewünscht wird.
  • Wenn du aufmerksam bist, findest du in deinen Kommentaren oder bei Kollegen viele Themen, die deine Zielgruppe interessieren.
  • Du kannst auch Gastautoren einladen oder ein Experten-Interview führen. Das bringt frischen Wind in deine Inhalte und zieht auch das Interesse von neuen Leser, Hörern oder Zuschauern auf deinen Kanal.
  • Verwende bereits vorhandene Inhalte. Einmal erstellte Inhalte müssen nicht auf dem Abstellgleis parken. Du kannst Sie immer wieder verwenden. Vergiss aber nicht den Artikel vorab auf den neusten Stand zu bringen.

Deinen Themenplan solltest du kontinuierlich erweitern.

 

Redaktionsplan füllen

Nachdem du nun bereits eine grobe Jahresplanung und einen gefüllten Themenplan vor dir hast, kannst du deinen Redaktionsplan ganz einfach befüllen.

Dazu kannst du meine Vorlage verwenden und deine Formate einfach an den entsprechenden Tagen eintragen. Dann pickst du dir aus dem Themenplan die entsprechenden Themen und befüllst damit den Redaktionsplan.

Auch wenn du jetzt schon eine grobe Jahresplanung hast, solltest du den Redaktionsplan nicht auf einmal bis zum Jahresende befüllen. Plane lieber nur einen bis maximal drei Monate im Detail. Wenn du in Monaten bestimmte Themenschwerpunkte geplant hast, kannst du diese aber natürlich bereits eintragen.

Neben der Planung deiner eigentlichen Inhalte darfst du natürlich auch deren Verbreitung über Social Media nicht vergessen. Welche Social-Media-Kanäle sich am besten für dich eignen, ist von Business zu Business verschieden. Jedoch solltest du im Redaktionsplan vermerken, wann du was posten möchtest. Hier füllst du am besten erst aus, wann du etwas zu deinen Inhalten veröffentlichen willst. Die Lücken kannst du dann mit anderen Inhalten auffüllen.

Aus deinem nun erstellten Redaktionsplan kannst du ableiten, wann du welche Inhalte planen und produzieren musst. Diese kannst du dann in deine To-Do´s eintragen. Stress bei der Content-Produktion gehört so der Vergangenheit an!

 

Über die Autorin

Über die Autorin: Lena Wingen ist selbstständige PR-Beraterin, -Mentorin und Social-Media-Coach. Sie unterstützt Unternehmer dabei, durch PR, langfristig und nachhaltig Erfolge zu erzielen. In ihren individuellen Mentoring-Programmen und Social-Media-Coaching lernen Solopreneure anhand des eigenen Unternehmens PR professionell einzusetzen. Mehr Informationen zur Autorin und ihrer Arbeit gibt es auf der Website https://www.pr-wingen.de.